Oy schon wieder ein neues Free2Play Battle Royale mit Lootboxen und dann auch noch unter der Schirmherrschaft von Electronic Arts bzw.  Respawn Entertainment. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem neuen Shooter, der Macher der Titenfall Spiele, eine sehr gelungene Interpretation mit genügend Neuerungen, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

So spielt Ihr in Apex Legends einen von derzeit acht unterschiedlichen Charakteren, die jeweils eine passive, normale und ultimative Fähigkeit besitzen. So kann die Soldaten-Heldin Bangalore schneller laufen wenn sie getroffen wird (passiv), Rauchgranaten verschießen (primär) und einen Artillerie-Schlag auslösen (Ulti). Gespielt wird ausschließlich in 3er Squads mit insgesamt 60 Spielern pro Runde. Ihr könnt zusätzlich zum üblichen wiederbeleben auch endgültig niedergestreckte Team-Kameraden an einem einmal nutzbaren Respawn-Points zurückrufen. Wodurch euer Mitspieler mittels Flugschiff bei euch Abgesetzt wird, was natürlich die Aufmerksamkeit anderer Teams auf euch lenken kann. Ansonsten spielt sich Apex eigentlich wie all die anderen Battle Royale Spiele a la PUBG nur halt mit erweiterten Bewegungsmöglichkeiten und fehlendem Fallschaden um einiges flotter. Also springt ihr in Ego-Perspektive auf einer recht großen Karte aus einem Flugschiff, um dann Loot zu sammeln und in immer kleineren Gebieten ums Überleben kämpft. Grafisch nutzt das Spiel einen recht ansehnlichen Comic-Stil, durch den ihr fast nie Performance Probleme habt und eigentlich immer mit mind. 60 FPS spielen könnt.

Eine weitere Neuerung ist auch ein wirklich gut umgesetztes Ping-System für die Team-Kommunikation. Mittels der mittleren Maustaste könnt ihr Orte oder Gegenstände Markieren (1x Klick), vor Feinden warnen (2x Klicken) oder mittels eines Kreismenüs (gedrückt halten) weitere Informationen ortsreferenziert teilen. Das funktioniert so gut, dass es nun auch in Random-Teams kaum ein Nachteil ist, wenn nicht alle mittels Headsets kommunizieren.

Sehr geschickt war jedenfalls, die Veröffentlichungsstrategie. Durch den Stillen-Release ohne große Vorankündigung, konnte kaum negative Presse entstehen und viele haben das Spiel unvoreingenommen ausprobiert. Hier hätte jede Werbung vorweg eher das Gegenteil bewirkt. Die 25 Millionen Spieler in der ersten Woche zeigen, dass im Bereich von Free2Play-Spielen solche Strategien sehr wohl funktionieren können.

Nicht so positiv finde ich die Monetarisierung, die derzeit weit ab von gut und böse ist. Was für Mondpreise für z.B. Waffenskins im eigenen In-Game-Shop aufgerufen werden ist einfach lächerlich. Ein Skin für eines der Shotgun-Modelle (gibt mehrere) kostet so derzeit ungefähr 18€. Zumal die durch Levelaufstiege kostenlosen Lootboxen auch immer seltener werden je höher ihr Aufsteigt. Interessant kann noch mal werden, was der im März kommenden Battle Pass enthalten wird und wieviel EA dafür verlangt. Es handelt sich zumindest bei allem um Kosmetische-Gegenstände.

Ich hatte mit Apex Legends schon jetzt so kurz nach Release, sehr viel Spaß. Interessant werden die nächsten Monate, in denen weitere Charaktere, Waffen und der Battle Pass veröffentlicht werden soll. Ich hoffe auch auf neue Game-Modi und die Option mit mehr und weniger Team-Kameraden als drei starten zu können. Wie so oft bei Free2Play Titeln kann ich jedem empfehlen, es auszuprobieren der keine super extreme Battle Royale Allergie hat.